KT 20.20

GRIS LUMINEUX

Eine schwärzliche Farbe leuchtet nicht, schrieb Ludwig Wittgenstein.* Er bezog sich dabei auf Schwarz-Weiss-Mischungen, die stumpf und leblos wirken, so als hätte sich Weiss hinter einem Grauschleier versteckt. In der Arbeit mit Naturpigmenten erschliesst sich aber eine Welt wohltuend grauer Farben wie diese. Gesucht war ein
leuchtendes Grau 
zwischen Gris Caso und Gris pâle. Diese Mischung der Naturpigmente Champagnerkreide, Ultramarinblau, Elfenbeinschwarz und Rotocker war die Zauberformel, die sich als vielseitig einsetzbare, festlich schimmernde Farbe für klare, elegante Hintergründe erwies.

* Ludwig Wittgenstein, Bemerkungen über die Farben, hg. Von G. E. M. Anscombe, Frankfurt 1979, S. 55.

Referenz: Roland Meier und Beni Schmocker, 2020

Copyright: Die Farbgeschichten sind Auszüge aus dem Buc h 225 Farben. Eine Auswahl für Maler und Denkmalpfleger,

Architekten und Gestalter, Katrin Trautwein, 2017. Mit freundlicher Genehmigung des Birkhäuser Verlags, Basel.